Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Amt für Neckarausbau Heidelberg

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Inhalt: Fischaufstiegsanlage Kochendorf

Staustufe Kochendorf mit Standort der neuen Fischaufstiegsanlage

Bauwerk

Die Staustufe Kochendorf besteht in Fließrichtung des Neckars aus einer Doppelschleuse am rechten Ufer, einem links liegenden Kraftwerk und im Oberwasser schließt sich der etwa 4,6 km lange Seitenkanal Kochendorf an. Bisher ist an der Staustufe keine Fischaufstiegsanlage vorhanden. Abgesehen von einer sporadischen, eher zufälligen Auf- oder Abwärtswanderung durch den Schleusenbetrieb ist die Stauanlage Kochendorf von wandernden Fischarten nicht überwindbar.

Die WRRL-konforme Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Staustufe Kochendorf stellt eine der Ausgleichsmaßnahmen dar, die in der abschließenden Liste zur Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund und dem Land Baden-Württemberg enthalten ist.

Grundlage für die Festlegung der Trassen der Fischaufstiegsanlagen (FAA) an Barrierestandorten im schiffbaren Neckar ist die vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegebene „Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Neckar„. Die Projektgruppe „Fischaufstiegsanlagen“ hat sich deshalb eindeutig auf den Bau einer Fischaufstiegsanlage um das Kraftwerk Kochendorf herum festgelegt.

Daten der geplanten Fischaufstiegsanlage
Länge inkl. Wendelung: 563 m
Höhenunterschied: 8,11 m
Beckenanzahl: 65
Größe der Becken: 3,20 x 4,05 m

 

Bauvorhaben

Für die Fischaufstiegsanlage Kochendorf gilt, dass die Trassenführung des Fischpasses zwischen Ober- und Unterwasser wegen der beengten baulichen Verhältnisse bei der Querung des Wirtschaftsweges eine besondere planerische und bauliche Herausforderung darstellt. Die Längsentwicklung des Schlitzpasses von über 200 m macht es erforderlich, dass an der linken Uferböschung unterhalb des Kraftwerks der Schlitzpass voraussichtlich mehrfache Windungen und parallel verlaufende Rinnen aufweist. Da die Fließgeschwindigkeit im Seitenkanal weitaus höher ist als im Altneckar, kommt nur dieser Standort in Frage. Da allerdings das durch die FAA fließende Wasser immer noch nicht ausreichend wäre, um die aus den Einschwimmbauwerken austretende Leitströmung zu erzeugen, wird zusätzliches Wasser in die FAA und die Einschwimmbauwerke geleitet. Diese Pilotanlage wird mit variablen Einschwimmöffnungen ausgestattet, so dass im Betrieb Erkenntnisse über das Verhalten der Tiere gewonnen werden können.

Die Beckenabmessungen des Schlitzpasses richten sich nach den Körpergrößen und dem Schwarmverhalten der vorkommenden Fischarten, welche die maximale Strömungsgeschwindigkeit, sowie die minimalen Öffnungsweiten in Höhe und Breite definieren. Das Ausschwimmbauwerk der FAA wird so positioniert, dass die nach der Aufwanderung unter Umständen geschwächten Fische mit nicht zu starken Strömungsgeschwindigkeiten oder Turbulenzen konfrontiert werden. Zum Nachweis der Funktions- und Leistungsfähigkeit der FAA sind im Ausschwimmbereich Maßnahmen für ein Monitoring vorgesehen.

Voraussichtliche Bauzeit

Dieses Bauprojekt wird voraussichtlich 2019 bis 2021 umgesetzt.

 

Pressemitteilungen zur Baumaßnahme

13.07.2015: Nacherkundungsbohrung in Kochendorf

 

Visualisierung der neuen Fischaufstiegsanlage Kochendorf
Standort der neuen Fischaufstiegsanlage Kochendorf im Unterwasser
Standort der neuen Fischaufstiegsanlage Kochendorf im Unterwasser
Visualisierung der neuen Fischaufstiegsanlage Kochendorf